Kuehtai/Tyrol Altitude Training – Höhenurlaub im Heimatland
Short English list of pros and cons, longer version in German below :)
+ Getting there and time-zone for Europeans
+ Nature of the Alps, holiday feeling, quietness
+ Western standard (power and water supply, internet connection, medical support)
+ Sports infrastructure (track&field stadium and others)
+ Variety of supermarkets in the valley
+ MTB-rental (even electric ones) available for free (did not try it)
+/- Altitude 2020m, could be perfect or a little too low (depends on the athlete)
+/- Alpine climate, even in summer it can be relatively cold, even snow is possible, but mostly perfect weather for running, on the top a little cold for cycling, but it gets warmer in the valley when going down, going down with car could be an option
+/- Training courses, paved roads and trail with different level of difficulty for running and biking, but no flat terrain (except running track and 2.4k lap around the lake), in the valley (mostly) flat roads available
+/- Safety on the (good) roads, many other cyclists, not many cars, but some motorcyclists, tourists, cows, ...
+/- Value for money, high standard apartments and hotel rooms (50m² apartment apprx. 120 Euros/day in summer), travelling costs depend on where you come from ...
- No perfect conditions for multiple brick trainings ... 20m between running track and paved road
- For (serious) weight lifting training going to the valley necessary
- No supermarkets and all-day-opened restaurants in the village (not important for me)
- Sports massage/physiotherapy is not available all the time
+++ The horses :)
Kühtai, eine knappe Dreiviertelstunde von Innsbruck entfernt, ist ein richtiges Almdorf auf 2020m über Meeresniveau. Was mich bei unserer Ankunft sofort total begeistert hat, sind die freilaufenden Pferde, mit denen ich gar nicht so wirklich gerechnet hab. Weiters findet man natürlich ganz klassisch Kühe, Schafe, manchmal auch Ziegen und Esel auf den riesigen Weideflächen.
Für mich (als Pferdeliebhaberin) ist das natürlich ein Traum, die Tiere sind auch an Menschen gewöhnt, mit ein bisschen Geduld und den Fähigkeiten, die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu deuten, ist auch Fohlenstreicheln kein Problem. Füttern sollte man aber unbedingt unterlassen, einerseits aus gesundheitlichen Gründen (zu fressen gibt es mehr als genug hier), aber auch, um Rangkämpfe und womöglich Verletzungen von Menschen zu vermeiden. Auch aufdringliches Verhalten wird damit nur gefördert. Also wer sich im Umgang nicht wirklich sicher fühlt, sollte die Herden lieber aus der Ferne beobachten.
Ich werde trotz dieser ersten Begeisterung wie gewohnt versuchen, möglichst neutral die Vor- und Nachteile aufzuzählen :D
Eingezäunt sind (mehr oder weniger gut) nur die Dörfer selbst, auf den Straßen muss man jederzeit mit Viehherden rechnen und bei Abfahrten aufpassen.
Tag I - Lockerer Erkundungslauf und Erkundungsradfahrt
Normalerweise plagt man sich am ersten Tag ziemlich und unterschätzt die Belastung ... die Mitnahme eines Pulsmessers vor allem bei Höhen-Unerfahrenen sehr sinnvoll (ich selbst hab meinen im Quartier liegenlassen ...).
Im letzten Jahr in Flagstaff war es ein fast gleich langer, aber aufgrund weniger Höhenmeter bissl flotterer Lauf, dieses Mal eigentlich ein Berglauf, überwiegend auf Asphalt hinauf zum Finstertaler Speichersee, von wo man eine tolle Aussicht hat, und dann noch hinunter zur fast flachen, ca. 2,4km langen Seeumrundung des Längentaler Speichers auf Naturboden.
Die zwei Stauseen gehören zum Pumpspeicherkraftwerk Kühtai, wobei man sich bemüht hat, diese gut in die Natur einzufügen.
Auf dem flachen Teil war das Tempo auch kaum geringer als daheim, nach viermal Höhentraining in Afrika und einmal in Amerika gewöhnt man sich wohl recht schnell und problemlos an die Höhe. Auch gegen Ende des Laufes hab ich mich überraschend gut gefühlt.
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Am Nachmittag bin ich dann nochmal mit dem Rennrad losgefahren. Auch dies war im Wesentlichen eine erste Erkundungstour - wie lange braucht man, um wieder am Ausgangspunkt zu sein. Man muss halt im Hinterkopf haben, dass man nach 30min Runterfahren auch wieder 75-90min bergauf fährt ...
Mein "halbwegs lockeres" Bergtempo ergibt dann für die Ausfahrt einen knappen 20er-Schnitt. Das ist jedenfalls eine wertvolle Info für zukünftige Trainings.
Besonders spezifisch ist das Training für flachere Rennen halt nicht - selbst mit meiner kleinsten Übersetzung von 30/27 bin ich dann irgendwo zwischen 70 und 80U/min im Durchschnitt unterwegs, in den steileren Passagen auch mal zwischen 50 und 60U/min, um nicht zu intensiv zu fahren. Inwieweit das zu unspezifisch ist, unnötig Körner kostet und vielleicht der Laufleistung abträglich ist, ist schwer zu beurteilen und vielleicht auch individuell. Umgehen könnte man es, indem man auch öfters zum Training (mit dem Auto) ins Tal fährt oder, noch einfacher, sich eine Rolle auf den Balkon stellt und dort ergänzend Einheiten mit höherer Frequenz fährt.
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Zum Wetter: Ist im Tal Hochsommer, reichen zur Abfahrt Ärmlinge und Windjacke, beim Laufen eine dünne Jacke. Man darf allerdings trotz angenehmer Temperaturen die kühlen Luftströme, die immer wieder vom Berg herunterkommen, nicht unterschätzen - genauso, wie die Sonne (insbesondere in der Höhe!) nicht.
Allerdings muss man auch bei Schlechtwetterphasen mit winterlichen Temperaturen rechnen und entsprechend Kleidung mitbringen.
Tag II - Rad flacher mit Antritten und lockerer Hügellauf
Diesmal stand das Radfahren am Vormittag am Plan, Laufen am Nachmittag. Ich wollte 60min lockeres Tempo, aber mit Antritten jede Minute, das Ganze im eher Flachen, fahren. Deshalb wurde eine "live high - train low"-Aktion daraus - ich bin in der Früh nach Westen Richtung Ötz runtergerollt, noch bissl im Flacheren aufgewärmt und dann meine Einheit im Ötztal gefahren. Dieses würde ich als "leicht wellig" bezeichnen. Es geht nach Süden hin (Richtung Sölden und Italien) erstmal stetig leicht bergauf, aber praktisch nix Steiles. Auch zurück kann man fast überall normal treten, mit Ausnahme von ein paar Serpentinen und im Ortsgebiet mit Zebrastreifen.
Also es ist ein guter Kompromiss, wenn man flach fahren will. Man braucht eben eine Rückfahrgelegenheit.
Die Kulisse ist wie überall auch hier unten wunderschön, allerdings ist die B186 im Gegensatz zu den Bergstraßen sehr stark befahren.
Insgesamt würde ich sagen, das Training gut umgesetzt zu haben, normale Trittfrequenzbereiche wie zu Hause waren mir an dem Tag wichtig und das hat gut funktioniert.
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Beim Lauf am Nachmittag war der Plan, ins Längental hineinzulaufen. Das ist auch hügeliger und technischer als zunächst gedacht. Ein lokales Gewitter mit Hagelschauer hat aber ohnehin das Umkehren erzwungen. Mit solchen abrupten Wetterveränderungen muss man im Hochgebirge immer rechnen und es ist sinnvoll, zu zweit unterwegs zu sein oder zumindest jemandem Bescheid zu geben, wo man hinläuft. Bei Schlechtwetter kommt auf so manchem Weg auch kein Wanderer mehr vorbei. Überknöchelt man blöd und das Handy funktioniert dort gerade nicht, wird es ungemütlich.
Anstatt des Hügelteils bin ich dann noch einen Puls-vs.-Pace-Test auf der fast flachen, geschotterten Seerunde gelaufen - mit 73% vom MaxPuls bei 4:31min/km geht es eigentlich fast so wie zu Hause, das Gefühl vom ersten Tag trügt also nicht.
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Tag III - Erstes Mal auf der Bahn und ein Auslockerungslauf
Das Gewitter am Vortag war zwar lokal beschränkt, der Temperatursturz hat aber ganz Österreich erwischt. Im Tal um die 15°C bedeutet, dass es in der Höhe nicht viel über 0°C hat. Die Luftdruck- und Temperaturschwankungen muss man erst einmal verkraften, auch, wenn ich mich da für nicht allzu anfällig halte.
Irgendwie hab ich dann auf der Bahn gar nix zusammengebracht - war es der recht starke, kalte Wind, der Umstand, dass ich bissl mehr hätte anziehen können, Vorermüdung oder einfach die Tatsache, dass ich zum ersten Mal am dritten Tag in der Höhe bissl längere Intervalle probiert hab?
Jedenfalls bin ich mit dem Training gar nicht zufrieden. Der Puls ging überhaupt nicht rauf (81% vom Max bei den ersten vier 800ern ... den Gurt hab ich danach beiseite geschmissen ...).
Geworden sind es 5mal 800m in gerade einmal 3:25min/km mit 200m Trab und 5min Startzeit (eigentlich ein recht gemütliches Blocktempo) und 10mal 400m in zumindest 1:18,3min mit ebenso 200m Trab und 3min Startzeit.
Gefühlt war vor allem das Atmen limitierend (komisch bei dem niedrigen Puls, vielleicht lag es auch wirklich an der ungewohnten Kälte).
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Am Nachmittag bin ich dann nach dem Stabiprogramm und Mobilisieren nochmal losgelaufen, wieder ins Längental. Trotz beständigen Wetters habe ich auch diesmal etwas früher umgedreht, einfach, weil es mir für einen Auslockerungslauf bissl zu technisch wurde. Man darf das Terrain vor allem bei Müdigkeit nicht unterschätzen.
Angst vor Kühen sollte man auch nicht haben, aber vorsichtig sein. Sie sind zwar eher schreckhaft und meiden den Kontakt, aber ganz darauf verlassen würde ich mich auch nicht. Flotte Läufer kennen sie halt eher nicht. Auch mit Hunden kann es problematisch werden, wenn Kälber und Mutterkühe dabei sind - also wachsam bleiben.
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Tag IV - Timmelsjoch von Sölden aus und lockerer Lauf
Um doch noch andere Pässe, als den Kühtaier Sattel zu sehen, haben wir die Einkaufsfahrt ins Tal mit der Anreise nach Sölden verbunden und sind von dort weg bis hinauf zur Grenze zwischen Österreich und Italien geradelt. Man hätte natürlich noch die Gegenseite mitnehmen können, aber dann wär aus den bissl mehr als 2h eher die doppelte Dauer geworden - nicht ideal so knapp vor der Duathlon-WM, auf welche ich mich in den Bergen vorbereiten möchte.
Die Mautstraße ist für Radfahrer und Wanderer kostenfrei, Grenzkontrollen gibt es (aktuell) auch keine, man kann also ungehindert fahren (solange einen keine Pausen wegen Murmeltierbeobachtung, Jacke-Anziehen und ein Patschen wie bei uns heute aufhält ...).
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Am späteren Nachmittag bin ich dann noch eine lockere Runde gelaufen.
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Tag V - Mehrfachkoppeltraining
Leider war es an diesem Tag immer noch ziemlich kalt, wobei die Unterschiede zwischen Sonne+Windstille und Schatten+Wind sehr groß sind. Meine Angst, mich zu verkühlen, war zwar da, das Training aber dann doch gut machbar, der Laufteil sogar sehr gut (3mal 4000m in 3:50min/km).
Das mag auch daran liegen, dass das Radln nicht ganz nach Plan verlaufen ist. Mein daheim ausgetüfteltes Intervallprogramm kann man hier topografisch bedingt eigentlich vergessen. Man kann nur die Anstiege zum harten Fahren nutzen und da ist man dann halt auch immer mit viel zu geringer Frequenz unterwegs. Bei einem neuerlichen Aufenthalt würde ich mir wohl eine Rolle fürs Rad ausborgen und die Mehrfachkoppeltrainings dann komplett auf der Laufbahn machen. So kann man ein deutlich wertvolleres Duathlontraining umsetzen, so es der Zeitpunkt in der Saison erfordert.
Bissl schad finde ich, dass im Vorjahr in Flagstaff das Hügeltraining eher schwierig war, die WM dann aber durchaus anspruchsvolle Steigungen dabei hatte und dieses Jahr ist es genau umgekehrt ... naja, man muss es nehmen, wie es kommt :)
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Da dies der erste Tag ohne zweites Training war, sind wir am Nachmittag noch mit der Drei-Seen-Bahn hoch- und wieder runtergefahren. Von oben hat man einen tollen Blick auf die Gebirgsseen und das Tal. Die Fahrt ist in der Welcome-Card inkludiert, diese bekommt man standardmäßig bei einem Aufenthalt.
Tag VI - Wieder am Rad
Heute stand lockeres Radln am Programm, hier sieht das halt so aus, dass man den Berg runterrollt und wieder hinauf"rollt" :)
Wettertechnisch hat es voll gepasst, am Vorabend ist noch bissl Schnee auf den Dächern liegengeblieben, der ist aber Dank steigender Temperaturen wieder weg und die Straße war auch schön trocken.
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Tag VII - Krafttraining und intensives Koppeln
Das erste Training des Tages führte mich nach Innsbruck ins Fitnessstudio zum Krafttraining. Subjektiv kann ich jetzt von keinem "Wow-Effekt" hinsichtlich Luft-Bekommen in der Ebene berichten, aber die Kraftwerte waren richtig, richtig gut - vor allem angesichts der Tatsache, dass es bereits meine dritte Belastungswoche ist und ich auch in der Höhe schon einige Reize gesetzt habe. Müdigkeit war also nicht wirklich vorhanden.
Am Nachmittag stand dann eine 60-minütige Bergfahrt mit Antritt jede Minute am Programm (lieber hätte ich die Einheit in der Ebene absolviert), mit Aufwärmen davor und Tempo-Koppellauf auf der Bahn danach.
Und es ging wie das Krafttraining am Vormittag - einfach nur super! Die Stunde am Rad mit 172W inklusive Antritten und der Lauf mit 3:40min/km über 5km.
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Tag VIII - Lockeres Radeln und lockeres Laufen
Über eine Woche hat es gedauert, aber diesmal bin ich auch endlich die Westauffahrt vom Ötztal aus hinaufgefahren. Auch schön und gute Beine hatte ich auch wie schon am Vortag.
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Am Nachmittag wollten wir etwas Neues läuferisch erkunden, die 3-Seen-Runde von Osten aus (der technisch anspruchsvollere Part ist dabei am Beginn und bergauf). Nachdem wir ein verletztes Pferd getroffen haben, sind wir aber direkt über die Skipiste zum Tourismusbüro gelaufen, um Bescheid zu geben, dann noch weiter auf Asphalt wieder hinauf Richtung Finstertaler Stausee und zurück.
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Tag IX - Zweites Bahn-Intervalltraining und lockerer Lauf
Im Gegensatz zum ersten Bahntraining war ich mit dem Zweiten dann sehr zufrieden. Die 7mal 1200m mit 400m Trab und 7min Startzeit in 3:28min/km, das laufe ich mit rund 20sec/km schnellerem Blocktempo (also bissl kürzerer Startzeit oder weniger Pausentrab) daheim auch nur um rund 10sec/km flotter. Für die Höhe find ich das sehr zufriedenstellend. Bei den 400ern am Schluss war ich schon etwas müde, aber das hat auch noch gut gepasst.
Wettertechnisch hab ich es auch gut getroffen, diesmal war es schon am Vormittag kalt, regnerisch mit kleinen Schneeflöckchen ... da ist es weit besser, ein Laufprogramm zu absolvieren, als am Rad zu sitzen.
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Am Nachmittag stand dann wieder ein Auslockerungslauf am Plan. Aber wir waren fürs Hügelige motiviert, also wurde der noch unbekannte Teil der 3-Seen-Runde, diesmal von der westlichen Seite aus, erkundet. Wegen der Nässe haben wir den technischen Abwärtspart dann ausgelassen und sind einfach zurückgelaufen, wie wir gekommen sind.
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Tag X - Lockeres Radln und Laufen
Nach einem fordernden Tag war wieder ein Lockerer geplant. Nach Stabilisieren und Mobilisieren habe ich also so locker wie möglich die Auffahrt vom Ötztal aus bewältigt ... unter 1000Hm ist hier aber nix zu machen. Trotzdem ist uns das Langlauf-Nationalteam auf Rollerskien entgegengekommen, bemerkenswert.
Das Wetter war wieder deutlich schöner und wärmer als in den letzten Tagen (und ich viel zu warm angezogen :D)
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Am Nachmittag dann ein sehr lockerer Lauf bei der Hochalter-Bahn - tolles Panorama trotz recht einfacher Strecke mit guter Belaufbarkeit.
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Tag XI - Trainingsduathlon
Die (wieder) sommerlichen Temperaturen schufen eigentlich tolle Bedingungen für eines der letzten intensiven Trainings, aber meine Muskeln wollten so gar nicht mehr. Herz-/Kreislauf wäre super drauf gewesen, aber die Beine waren einfach nur schwer.
Also hab ich auf 2mal 4000m (immerhin noch in 3:54min/km) gekürzt und am Radl irgendwie die 15min mit 10sec Antritt und 20sec bergauf weitertreten (auch immerhin 183W) runtergebogen. Mit knappen 2:15h war ich somit rund eine Dreiviertelstunde kürzer unterwegs, als gedacht, aber in der Vorwettkampfwoche möchte ich auch wirklich nichts mehr erzwingen.
Bis zum kurzen Anreißen am Montag möchte ich wieder fit sein und viel wird sich sonst bis Freitag trainingstechnisch nicht mehr abspielen.
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Den Nachmittag haben wir für einen Besuch im Ötzi-Dorf in Umhausen im Ötztal mit Greifvogelschau genutzt.
Tag XII - Lockere Bergfahrt
Die Beine waren etwas besser als am Vortag und das Wetter auch wieder traumhaft ...
Die Entscheidung, die anspruchsvollste Auffahrt nach Kühtai, von Haiming übers Sattele, zu fahren, ist schnell gefallen.
Das Tempo war locker gewählt, es geht halt nur insgesamt einfach sehr viel bergauf (1550Hm).
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Tag XIII - Kurzer, flotter Trainingsduathlon zum Anspitzen
Das letzte schnellere Training war (leider) gleichzeitig das Abschlusstraining in der Höhe. Sehr gerne wäre ich noch länger geblieben ...
Zwölf 400er standen am Plan, aufgeteilt auf 8mal vor dem Radteil und 4mal danach. Trotz recht kurzer Startzeit (2:30/2:40min) konnte ich doch deutlich unterm 10km-Tempo laufen, ohne Spikes. Mit dem Rad bin ich Richtung Finstertaler Speichersee gefahren, auch recht schön und kein Verkehr, perfekt für die 10min mit Antritten.
Insgesamt freue ich mich jetzt aber trotzdem auf etwas Erholung, um wieder richtig spritzig zu werden :)
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Tag XIV - Weiterreise nach Dänemark
Und leider war dieser schöne Aufenthalt auch schon wieder zu Ende :(
Egal, wie es mir bei der WM ergehen wird, ich bin in erster Linie froh, eigentlich deswegen hierher gekommen zu sein. Es gibt so viele schöne Fleckerln auf dieser Erde, viele durfte ich im Zusammenhang mit dem Sport schon entdecken. Und manche dieser Orte sind eigentlich gar nicht so fern ... :)
Vor- und Nachteile
+ Anreise und Zeitzone für Mitteleuropäer
+ Naturerlebnis in den Bergen, Urlaubsfeeling, absolute Ruhe bis auf die schwach befahrene Hauptstraße und Kuhglockengeläute
+ westliche Infrastruktur (Strom, Wasser, Internet, Gesundheitsversorgung im Notfall)
+ Sportanlage direkt im Ort (Hochleistungszentrum Kühtai, unter anderem mit Leichtathletikanlage)
+ Essensversorgung über Supermärkte im Tal (keine ungewohnte Ernährung)
+ Gratis (!) Leih-MTBikes (auch mit Elektroantrieb verfügbar, beides nicht getestet)
+/- Höhe von 2020m, je nach Sportler könnte es höher sein (für mich) oder gerade ideal
+/- Alpines Klima, auch im Sommer kann es unbeständig sein, (meist) perfektes Laufwetter, zum Radfahren kann es auch grenzwertig sein, Ausweichen ins Tal aber möglich
+/- Streckenauswahl (siehe auch Übersicht unten), Asphalt und Gelände mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad sowohl fürs Laufen als auch Radeln verfügbar, aber flach ist praktisch kaum etwas (außer der Laufbahn und dem Rundkurs um den See), dafür müsste man erst ins Tal oder auf die Rolle/Laufband
+/- Sicherheit auf der Straße, es sind viele andere Rennradler unterwegs und wenig Autoverkehr, aber auch einige Motorradfahrer und ungeübte Urlauber, unberechenbare Kühe ebenso, dafür gute Straßen und nur kurze, nicht allzu dunkle Tunnels und Galerien
+/- Preis/Leistung, sehr gute Hotels und Apartments verfügbar, im Sommer deutlich günstiger, als im Winter (in Flagstaff umgekehrt), schöne 2-Zimmer-Wohnung ca. 120 Euro/Tag (wofür man in Flagstaff gerade einmal ein **-Motel bekommt), Anreise verhältnismäßig preisgünstig
- Mehrfachkoppeltrainings nicht ganz ideal umsetzbar, ca. 20m Schotterstraße zwischen Laufbahn und Asphaltstraße
- kein (richtiges) Krafttraining möglich, Fahrt ins Tal nötig
- keine Einkaufsmöglichkeiten und durchgehend geöffnete Restaurants vor Ort (mir völlig egal)
- rechtzeitig um Sportmassage/Physiotherapie kümmern, wenn erwünscht, Verfügbarkeit schwierig
+++ freilaufende Tiere, in erster Linie möchte ich hier die Pferde erwähnen :D
Streckentipps Laufen - siehe auch Garmin-Links
• Nahezu flache Runde über ca. 2,4km auf Naturboden um den Längentaler Speichersee, Viehsperren zu überwinden (beim schnellen Laufen nicht ideal), aber nicht technisch und selbst bei Nässe und in Straßenschuhen sehr gut belaufbar, für lange flache Läufe die einzige Möglichkeit in der Höhe.
• Berglauf auf Asphalt (auch Gelände möglich) zum Finstertaler Speichersee, ca. 300Hm auf knappen 4km, weiter nach Osten Richtung 3-Seen-Hütte geht es überwiegend auf breitem, nicht technischem Weg weiter, erst danach wird es steinig und anspruchsvoller, in die andere Richtung gelaufen ist die Runde bergauf technisch und bergab schnell.
• Das Längental, leicht ansteigend, technischer werdend, Ausgangspunkt ist der gleichnamige Stausee.
• Theoretisch könnte man auch einfach die Hauptstraße runter- und wieder rauflaufen, je nach Wetter ist diese mehr oder weniger befahren, landschaftlich jedenfalls auch ein Highlight wie alles andere.
• Schöner aber, und auch nicht viel schwieriger zu laufen ist die Schotterstraße bei der Hochalter-Bahn, den Berg hinauf.
Streckentipps Rennrad - siehe auch STRAVA-Links
• Im Wesentlichen geht es vom Kühtaisattel in die eine Richtung bergab und in die andere ... auch. Bleibt die Entscheidung, ob man nach Osten oder Westen startet und kann da auch ruhig einmal das Wetter entscheiden lassen, so unterschiedlich sind die Strecken auch wieder nicht.
• Nach Osten fährt man Richtung Innsbruck, insgesamt könnte man über 20km bergab fahren. Mit der Auffahrt ist man also als gut Trainierter, der es aber als eher lockere Einheit nutzt, rund 2h unterwegs.
• Nach Westen hat man die Wahl zwischen zwei Strecken - direkt nach Ötz oder nach Norden abzweigend nach Haiming. Nach Ötz sind es rund 18km, dann ist man im fast flachen Ötztal - die Abfahrt ist also kürzer, als nach Osten.
• Direkt in Kühtai gibt es noch kurze Intervallstrecken, so etwa die Auffahrt zum Finstertaler Speichersee (ca. 4km, 300Hm, guter Asphalt).
• Alle weiteren Möglichkeiten eröffnen sich erst, wenn man die Abfahrt ins Tal hinter sich hat und somit auch länger als 2h unterwegs sein möchte, denn die deutlich über tausend Höhenmeter hat man am Stück am Schluss immer noch zu bewältigen (1400Hm von der Ostseite und 1200Hm von der Westseite, bzw. über 1500Hm, wenn man vom Nordwesten kommt).
• Eine Variante ergibt sich, wenn man eine Rückfahrgelegenheit hat. So habe ich etwa die Abfahrt nach Ötz plus ein paar zusätzliche flachere Kilometer zum Einfahren genutzt, bin im nur leicht welligen, aber stark befahrenen Ötztal mein Programm gefahren, ausgerollt und dann nach einem Einkauf im Supermarkt mit dem Auto wieder zum Quartier zurück gekommen. Dafür braucht es halt eine zweite Person, dann ist das aber auch recht zeitsparend.
• So man die Bereitschaft hat, auch ein Stückerl mit dem Auto zu fahren oder überhaupt sehr lange Touren plant, kann man natürlich beliebig viele Pässe im Umland fahren. Von Sölden aus sind es etwas mehr als 2h bis zum Timmelsjoch und wieder runter, Autoanreise rund 1h in eine Richtung.
Training im Vergleich zum Vorjahr in Flagstaff - Bericht hier
13 volle Tage (14 Nächte) - wie im Vorjahr, auch WM 3. Tag nach Rückkehr aus der Höhe, 36:06h (2017: 33:50h)
14 Läufe, 15:13h, 182km und 3208 Höhenmeter - Garmin-Daten ohne falsche Meter auf der Bahn, 23km <3:30min/km, 25km<4:00min/km (2017: 12 Läufe, 14:55h, 174km und 1990 Höhenmeter, 15,5km <3:40min/km, 49km<4:10min/km)
11 Radfahrten, 18:53h, 395km und 12385 Höhenmeter - STRAVA-Daten zeigen zuviel an (2017: 10 Radfahrten, 15:30h, 398km und 3500 Höhenmeter)
1mal Krafttraining + 2mal Stabi (2017: 1mal Krafttraining + 2mal Stabi + 3mal kurzes Schwimmen)
Mein Resuemee - es fühlt sich definitiv wie Urlaub in den Bergen an. Unser Quartier war sicherlich das Angenehmste, das wir bisher bei einem Höhentraining hatten. Da hat jeder andere Vorlieben, aber eine wirklich gut ausgestattete Küche und eine Waschmaschine lassen mein Sportlerherz höher schlagen :D Es war immer ausreichend warm und der Ausblick auf die Bergkulisse ein absolutes Highlight.
Bei den Trainingsmöglichkeiten muss man kleine Abstriche machen. Echtes Krafttraining (eingeschränkte Möglichkeiten im Quartier) und flaches Training (mit Ausnahme der wirklich modernen Laufbahn des Hochleistungszentrums und der Seerunde, die man halt auch bald in- und auswendig kennt), ist nur im Tal möglich, auch Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur dort (das heißt, hie und da muss man ohnehin hinunter).
Wenn man eher "heikel" bezüglich der Bedingungen ist, wäre es eine Überlegung, etwas früher vor dem Saisonhöhepunkt aus der Höhe heimzukehren, etwa ein Monat davor (mir ging es da immer sehr gut danach, das muss jeder für sich ausprobieren). Bedenken muss man halt, dass das Wetter selbst im Hochsommer unfreundlich sein kann und zu den anderen Jahreszeiten die Schneewahrscheinlichkeit entsprechend.
Auch für Hobbysportler, die erstmal ausprobieren wollen, wie sie auf die Höhe reagieren, ist Kühtai aus meiner Sicht ideal. Überschaubarer Anfahrtsweg, Preis-/Leistung, Urlaubsfeeling. Und wenn man sich sehr plagt, macht man eben weniger Training und ist nachher gut erholt.
Will man in Österreich ein Höhentraining machen (2000m und höher), so kommt man um Kühtai ohnehin nicht herum.
Ergänzend möchte ich noch erwähnen, dass das Quartier AlpinLodges Kühtai von mir frei gewählt war und es kein Sponsoring durch den Betreiber gab. Unterstützt wurde die Reise jedoch freundlicherweise vom Innsbruck Tourismus und dem Hochleistungszentum Kühtai. Trotzdem habe ich so objektiv wie möglich versucht, zu berichten, es ist ja ohnehin so, dass jeder die Argumente unterschiedlich gewichtet.
Für mich ist ein Apartment immer die beste Wahl, andere mögen Hotels lieber - beides wäre in Kühtai buchbar.
Rwanda und andere afrikanische Destinationen - Vergleich ganz unten