Radoptimierung in Ausblick auf 2014

Mitten in der Saison ist natürlich nicht der schlaueste Zeitpunkt für eine Optimierung des Materials, da man sich ja auch neu eingewöhnen muss. Deshalb stand es für kommenden Herbst auf dem Plan, auf die Suche nach einem wirklich gut passenden Zeitfahrer für mich zu gehen, nachdem ich mit meinem 6 Jahre alten Rad und schwierigen Körperproportionen (lange Beine + kurzer Oberkörper) nicht ganz zufrieden war.

Nachdem in der Vorbereitung auf den diesjährigen Saisonhöhepunkt mit vielen, vielen Radkilometern aber leider Probleme im unteren Rücken/ISC/Piriformis aufgetreten sind, wollte ich nichts unversucht lassen und die Sache nicht nur physiotherapeutisch, sondern auch materialtechnisch angehen und sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - Überprüfung meiner Eigeneinstellung am Rennrad (Hauptwettkampfrad 2013) und Rahmensuche für den Zeitfahrer (Hauptwettkampfrad 2014).
Und außerdem ist ein wenig Weiterbildung auch kein Fehler, ich selbst habe ja "nur" meine Augen zur Verfügung, wenn es um die Sitzpositionseinstellung geht, bei besonderen orthopädischen Problemen macht aber sicher auch eine messtechnische Überprüfung Sinn (Nachteil: großer Zeitaufwand + dadurch natürlich viel höhere Kosten).

Nachdem ich es "gscheit" haben wollte, bin ich natürlich auf zu Christian Bernhard, den ich schon von "früher" als Physiotherapeuten kannte und der das entsprechende Messequipment in seiner Ordi stehen hat.


Meine Position am Rennrad - bleibt unverändert :)

Die Ergebnisse für alle Interessierten:

Am RR hat alles gepasst, da hatte ich selbst schon Einiges mehr an Ahnung, was Radkauf und vor allem Sitzpositionseinstellung betrifft (das Rad ist aus 2009), mein letztes Feintuning beim Auftreten der Rückenprobleme (2mm-Veränderung des Sattels) ging in die richtige Richtung und wurde aber auch für absolut ausreichend befunden.
Überhöhung ist sehr sportlich orientiert, kann ich aber fahren.
Nur der Q-Faktor der Pedale wurde kritisiert, das ist mir selbst schon aufgefallen, dass der bissl groß ist, aber ich wollte nicht gleich wechseln ... werde erstmal die daheim noch leicht veränderte Pedalplattenposition bei den nächsten Ausfahrten testen.
Und der Sattel ist für mich etwas zu hart/"trampolinartig", also nicht ideal für lange Strecken. Hab ich selbst zwar nicht so gesehen, aber man wird ja auch betriebsblind.
Ich bin natürlich einerseits sehr froß, dass ich mit passendem Rahmen (selbst ausgesucht) schon alleine durch Beobachtung ohne messtechnische Unterstützung die Sitzposition super hinbekommen habe und dass ich vor allem für den EMBRUNMAN nix mehr ändern sollte. Das beruhigt ungemeint.
Auf der anderen Seite hilft mir das nicht direkt für den Rücken, aber Dank physiotherapeutischer Unterstützung fühle ich mich auch da auf einem guten Weg.
Die Analyse hat mir vor allem für den Herbst/Winter auch weitere Inputs für die Behandlung von Dybalancen und das Krafttraining gegeben und mich an die Bekämpfung meiner Schwächen erinnert (nicht jedes Problem liegt auch an der Sitzposition!).
Nächstes Jahr wird das Rennrad sozusagen in die "zweite Reihe " wandern und mit XXS-Auflieger hoffentlich gute Dienste bei Windschattenrennen leisten.


Meine Ausgangslage am TT - eher schlecht ...

Am Zeitfahrer sah das Ganze schon etwas anders aus, das war mein "Problemkind". Das Rad ist aus 2007 und mit einem für damalige Zeiten eh schon eher steilem Sitzrohr ausgestattet, aber für mich leider nicht ausreichend. Mein Problem, dass die Knie vorne am Lenker und an den Ellenbogen sowieso immer anstoßen wurde dadurch nicht gerade gelöst. Die ganze Position war für das Zeitfahren viel zu wenig nach vorne rotiert, Hüfte zu weit hinten und zu wenig nach vorne geneigt.
Selbst mit anderem Sattel, auf dem ich viel weiter nach vorne komme, sitze ich nicht ideal.
Deshalb wird ab jetzt nach neuem Material gesucht. Die Anforderung ist, dass ich nicht mehr so sehr durch den kurzen Oberkörper in der Aerohaltung limitiert bin, erreicht wird das durch eine deutliche Rotation der gesamten Position nach vorne - diese muss das neue Rad mir auch ermöglichen.
Außerdem kommt eine kürzere (3-fach-)Kurbel aufs Rad, diese trägt meiner verkürzten hinteren Oberschenkelmuskulatur Rechnung und soll verhindern, dass ich im Becken und Sprunggelenk instabil werde.
Und ein Aerohelm der neuen Generation muss her :)
Falls hier ein Materialsponsor mitliest, wäre ich natürlich dankbar :D


Nach der Veränderung am TT - ich bin immer noch nicht zufrieden, was Neues muss her :)

Ich habe mir insgesamt sehr viele tolle Anregungen geholt, mir war zum Beispiel auch nicht so klar, dass es nicht unüblich ist, auch am Rennrad unterschiedliche Sitzpositionen je nach Renntyp (flach mit Windschattenfreigabe, hügelig, Bergrennen, ...) zu fahren. Das sollte vor allem jenen zu denken geben, die ihrer Sitzposition überhaupt sehr wenig Aufmerksamkeit schenken. Verglichen mit dem Kaufpreis des Rades und dem täglichen Trainingsaufwand sind die Kosten für eine korrekte Einstellung sicher zu verschmerzen, zumal eine ungünstige Position nicht nur unbequem ist, sondern vor allem leistungslimitierend und unter Umständen auch Überlastungserscheinungen begünstigen kann.
Ich habe auch viel für mich und meine Sportler mitgenommen, viele Probleme lassen sich auch ohne messtechnische Unterstützung angehen, Feintuning zahlt sich aber unter Umständen dann je nach Anforderung doch aus.

zurück