POWERMAN Austria Duathlon Langdistanz Weyer ÖSTM

Die zweite Hälfte der Wettkampfsaison begann für mich mit dem Start beim POWERMAN, gleichzeitig Staatsmeisterschaft im Langdistanz-Duathlon.
Die letzten Wochen hatte ich gut trainiert, vor allem aus Zeitgründen wie schon die letzten drei Jahre über mit dem Fokus aufs Laufen. Allerdings konnte ich insgesamt etwas mehr Zeit dem Sport widmen und so wurde es erstmals seit meinem IRONMAN 2009 auch wieder etwas mehr Umfang.
Mit einem guten Gefühl, besonders beim Laufen, aber auch beim Radfahren, begann die Taper-Woche für mich. Leider hat mich dann nach Jahren wieder eine heftige Blasenentzündung erwischt, inklusive Antibiotika-Einnahme. Ich wählte extra noch ein Präparat, das keine potenzielle Sehnenschädigung als Nebenwirkung mit sich bringt, obwohl vom Arzt empfohlen (das kürzliche Olympia-Drama von Günther Weidlinger mit der eingerissen Achillessehne hat mich daran erinnert, darauf zu achten).

Die Entzündung war noch nicht ganz weg, aber ich fühlte mich sehr fit, so entschied ich mich für einen Start. Es würde sehr heiß werden, das machte mir ein wenig Sorgen, aber das sollte gar nicht so das Thema an diesem Tag werden.
Beim Laufen fühlte ich mich sehr, sehr gut und fand schnell eine flotte Gruppe, aus der in der zweiten Runde bald ein Zweierteam aus der Britin Parsons und mir wurde. Auf der zweiten Hälfte dieser Runde wurde mir dann das Tempo zu langsam und ich konnte im leicht welligen Bergabteil, hauptsächlich auf Waldwegen, noch Tempo zulegen und drei Frauen vor mir einholen. Als Drittplatzierte gesamt (!) und zweite Österreicherin lief ich kurz vor der Wechselzone durch den Ortskern, wo ich dementsprechend gefeiert wurde. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Tempo überzogen, im Gegenteil, ich fühlte mich sehr fit. Zum Vergleich: 2009 hatte ich eine um fast 3min langsamere Laufzeit auf die 15.6km, wobei ich mich damals auch gut dabei fühlte.

Ich wusste, dass ich diese Platzierung am Rad nicht halten können würde, bemühte mich aber sehr, wirklich Druck zu machen und an der langen Steigung zu Beginn meinen Gewichtsvorteil auszuspielen. Leider kam ich aber mit der Radstrecke überhaupt nicht zurecht. Die Gründe sind schnell genannt, zum Einen war die Entscheidung, das Zeitfahrrad zu nehmen, wahrscheinlich die Falsche (warum ich meinen Erfahrungbericht von 2009 erst nach dem Rennen gelesen habe, weiß ich nicht, in meiner Erinnerung habe ich die Radstrecke ziemlich verklärt und auch die Tatsache, dass ich damals aus einem IRONMAN-Training heraus am Start gestanden bin, ebenso beiseite geschoben ...). Bergauf passte die Übersetzung zwar halbwegs (36-27 als kleinste Übersetzung habe ich mir extra für den POWERMAN montiert), aber die wenigen Kilometer am Rad, speziell am Zeitfahrer rächten sich einfach. Für eine Kurzdistanz scheint es halbwegs zu reichen (zumal da das Verhältnis von Lauf- zu Radzeit ca. 1:1 ist, sich bei der Langdistanz aber deutlich zum Radfahren hin verschiebt). Selbst bergab konnte ich nicht wie gewohnt Druck machen und in der zweiten Runde schon überhaupt nicht mehr in Zeitfahrposition fahren. Starke Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen zwangen mich sogar, kurz stehenzubleiben.
Über die Radzeit kann man getrost den Mantel des Schweigens breiten. Nun ging es nur noch ums Finishen und darauf bin ich auch ein bissl stolz, denn das Radln war wirklich nur mehr eine frustrierende Quälerei. Das zweite Laufen war dann mehr ein "Ausjoggen", nachdem vor und hinter mir nix zu holen war.
Sehr positiv anmerken muss ich die Fairness in diesem Bewerb. Vielleicht war ich nur nicht an der "richtigen" Stelle, aber im Gegensatz zu 2009 konnte ich keine Windschattenfahrer beobachten. Nachher wurde mir zwar berichtet, dass es zumindest ein Mädl doch darauf angelegt hatte, aber das kann man dem Veranstalter nicht vorwerfen. Ich jedenfalls fühlte mich durch die Kampfrichter immer sehr gut beobachtet.

1. Laufsplit ...        ... und der 2. Laufsplit ...

Mein Fazit:

 Die Laufform passt mehr als gut, das habe ich gut trainiert und kann ich auch abrufen.
 Am Rad müsste ich mehr und vor allem spezifischer trainieren. Nachdem der POWERMAN erst durch mein Ausscheiden durch Verfahren in Parndorf spruchreif wurde (wegen des Duathlon-Cups) und mir eigentlich für meine Trainingsausrichtung zu lange ist, kann ich das in Kauf nehmen. Ich beabsichtige derzeit auch nicht, wieder ein so langes Zeitfahren zu bestreiten.
 Vor der Langdistanz in Embrun habe ich keine Angst, da ich hier mehr als nur 2 Monate darauf hintrainieren kann und auch das Rennrad nehmen werde. Darüber hinaus geht es da auch nur um das Finishen, da werde ich am Rad nicht beabsichtigen, eine Platzierung zu halten.

Hoffentlich kann ich mich für die nächsten Bewerbe schnell erholen, am Samstag in fast zwei Wochen ist schon die ÖSTM im Halbmarathon und weitere zwei Wochen später dann noch der letzte mir sehr wichtige Bewerb dieses Jahr, die ÖSTM im Kurzdistanz-Duathlon in Deutschlandsberg.

Gesamtzeit: 4:57:24h

15.6km Lauf: 1:03:51h

T1: 00:45min

82.4km Rad: 3:14:07h

T2: 01:12min

7.3km Lauf: 37:26min

Platzierung gesamt: 11.

Platzierung ÖSTM: 7.

Platzierung W-Elite1 ÖSTM: 3.

Alle Ergebnisse gibts auf Pentek Timing.

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