400m Halle Qualifikationsversuche

Die Hallensaison 2013 begann mit einem für mich völlig neuen Event, und zwar einer Sprintdistanz. Die ist in der Leichtathletik "bissi" kürzer als im Duathlon oder Triathlon, nämlich in diesem Falle nur 400m lang.
Im Herbst hatte ich mir zum Ziel gesetzt, mich zusätzlich zur 1500m-Qualifikation (hatte ich durch meine Leistungen 2012) auch noch über 400m für die Staatsmeisterschaften zu qualifizieren. Das Limit liegt bei 62,50sec und würde mit ein bisschen spezifischem Training wahrscheinlich möglich sein.
Leider musste ich meinen Plan canceln, die Knieverletzung vom Herbst hielt mich vom Bahntraining ab und auch nach der Saisonpause im November traute ich mich noch nicht so ganz voll zu belasten.

Die Trainingsbedingungen sind auch etwas eingeschränkt, denn die Sprintdistanzen sind recht technisch für einen Neuling, Start muss geübt werden und auch das Halten der Linie auf der zugewiesenen Bahn ist bei hohem Tempo und dem kleinen Hallenradius gar nicht so leicht - deshalb ist Training auf der Bahn wichtig. Mir blieb nur das Freilufttraining auf der Marswiese, nachdem die Hallenlizenz schwer zu bekommen ist. Die Bedingungen auf der Marswiese sind so lange top, wie kein Schnee liegt, bzw. dieser unangetastet und locker ist. Das Erste der beiden Trainings vor meinem Start war in der lockeren Schneeschicht bis auf die Unkenntlichkeit diverser Markierungen und der fehlenden Startmaschine noch gut möglich, beim zweiten Male war der Untergrund leider sehr schlecht, uneben, Eis gemischt mit lockerem Schnee und keine Anhaltspunkte hinsichtlich Streckenlänge (ganz innen konnte man nicht laufen).

Meine allerersten 400m waren somit für mich eine reine Standortbestimmung. Vor dem Start habe ich die Kampfrichter wohl ziemlich genervt, da ich mich mit den Abläufen gar nicht auskannte und ich keinen erfahrenen Trainer an meiner Seite hatte. Auch den Wechsel der Bahn nach der ersten von zwei Runden hatte ich nie üben können, hatte aber Glück und bekam die Innenbahn, so ist das entfallen und ich konnte bis auf ein Überholmanöver immer innen bleiben.
Der Start selbst war gut, ich kam schnell weg und merkte auch, dass mir die anderen eh nicht so sehr "um die Ohren" liefen und konnte schließlich zu Beginn der zweiten Runde sogar einen Platz gut machen. Gegen Ende hin musste ich ein wenig nachlassen, was wohl auch daran gelegen hat, dass keine einholbare Konkurrenz in meinem Rennen vor mir lag (es starteten immer nur maximal 4 Damen gleichzeitig, insgesamt gab es 6 Durchgänge, alle wurden gemeinsam gewertet).
Schließlich ergab sich eine Zeit von 63,90 (1,4sec über dem Limit), Platz 17 von 21. Ich habe mich gleichzeitig sehr gefreut und auch ein klein wenig geärgert, dass ich so knapp am Limit vorbeigelaufen bin.

Was ich mir vornehme, beim nächsten Versuch in drei Wochen anders zu machen?
Ich werde noch ein klein wenig Schnelligkeit trainieren um vor allem koordinativ besser mit der hohen Frequenz zurechtzukommen. Mental muss ich fokussierter sein, um mein Ziel zu erreichen - diesmal war ich durch meine Verwirrung unmittelbar vor dem Start sicher ein klein wenig abgelenkt. Ich muss mich auch daran gewöhnen, dass es immer mehrere gemeinsam gewertete Rennen gibt, dass es sich also auch bei einem größeren Abstand nach vorne im eigenen Rennen wirklich trotzdem lohnt, bis am Schluss Vollgas zu geben.

Interessant waren für mich auch die unbekannten Abläufe im eigenen Körper. Normalerweise spürt man nach dem Rennen die Abnahme der Belastung im Körper, bei solch kurzen Distanzen schießt aber gefühlsmäßig erst danach das Laktat so richtig ein und man muss kreislaufmäßig echt aufpassen. Für mich ist das einfach ein spannendes Experiment, meinen Körper auch auf diesen sehr kurzen Distanzen besser kennenzulernen und einzuschätzen. Ich denke, das ist eine wertvolle Erweiterung auch für mein Langdistanztraining, das dieses Jahr noch im Vordergrund steht. Auch, wenn es sich derzeit etwas spießen mag, die Vielseitigkeit ist motivationstechnisch für mich mehr als positiv und körperlich werde ich sicher in den nächsten Jahren auch davon profitieren. Es lohnt sich also, gewohnte Gefielde auch einmal zu verlassen - selbst, wenn man dann eher weiter hinten mitläuft.

Leider habe ich bei der Skitour eine Woche danach meine Wade verletzt und somit drei Wochen fast vollständige Laufpause, da auch die Achillessehne, wie meist bei Wadenproblemen, beleidigt war.
Somit bleibt nur die Hoffnung, wieder vernünftig ins Lauftraining und Wettkampfgeschehen einsteigen zu können.
Nachdem die Schnelligkeit doch sehr gelitten hat, werde ich auch die 1500m bei den Hallen-ÖSTM auslassen, da ich mir dabei keine Verbesserung zum Vorjahr erwarte und das unnötige Verletzungsrisiko nicht eingehen werde.

Leichtathletikergebnisse gibts immer beim ÖLV.

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