Halbmarathon ÖSTM

Der zweite Bewerb in der zweiten Saisonhälfte des Jahres konnte all die enttäuschten Erwartungen vom POWERMAN (genau genommen die schlechte Radleistung) bei Weitem ausbügeln. Meine bisherige Bestzeit am Halbmarathon lag bei 1:27h, allerdings wusste ich, dass meine Laufform derzeit weit, weit besser wäre. Ich bin leichter, als noch zu intensiven Triathlonzeiten und ich habe zwar insgesamt weniger, aber dafür etwas mehr Laufen trainiert.
Die 7km-Schleife im Prater würde sehr schnell sein, gleichzeitig hatte es mein Wetter - kühler als die Tage davor mit unter 20°C und auch regnerisch. Trotzdem - oder gerade deswegen - war ich sehr nervös. Nur weil "am Papier" alles passt, heißt es noch lange nicht, dass die Rechnung auch aufgeht.

Dank des POWERMAN knappe zwei Wochen zuvor wusste ich, dass ich einen Vierer-Schnitt laufen können müsste, auch am Halbmarathon. Ich peilte also eine 1:24er-Zeit an, hätte mich aber auch einfach über eine neue Bestzeit sehr gefreut.
Zu Beginn wollte ich es nach Gefühl (ich hatte ja in den letzten Jahren überhaupt keine Erfahrungen auf dieser Distanz gesammelt!) angehen, um 4min/km und möglichst in der Gruppe recht defensiv. Dann fand ich Natalia Steiger, mit der ich die erste 7km-Runde in 27:27 absolvierte, also schon um 33sec schneller. Es lief gut, ich fühlte mich sehr locker und weder Kreislauf noch Beine zeigten irgendwelche Anzeichen, dass das Tempo zu schnell wäre. Auf der langen Hauptallee-Geraden musste ich also zulegen und bissl was riskieren. Jetzt schon an fünfter Stelle liegend konnte ich sehr bald die Viertplatzierte einholen. Es lief immer noch sehr gut. Die Kilometerzeiten lagen zwischen 3:52 und 3:55.
Die letzte Runde wurde gegen Mitte hin schon sehr zäh, allerdings nur muskulär. Keine Magen-, Kreislauf- oder Lungenprobleme - schließlich war das auch mein Wetter. Nur auf den letzten zwei Kilometern traute ich mich nicht mehr anzugreifen, da ich das Gefühl hatte, die Beine könnten jeden Moment anfangen zu krampfen. Für die zwischendurch angepeilte 1:22er-Zeit hätte ich allerdings noch zulegen müssen, nur war es mir das Risiko nicht wert - ein kleiner Krampf und ich wäre durchgereicht worden. So versuchte ich mit schnellen kleinen Schritten meine Platzierung gut ins Ziel zu bringen, was mir auch gelang. Nach hinten hin gab es einen ausreichend großen Polster.

So wurde es schließlich eine neue persönliche Bestzeit von 1:23:19 für mich!
Bisschen schade war, dass ich sooo knapp an einer ÖSTM-Medaille gescheitert bin, der 4. Platz ist es geworden. Jetzt muss es aber beim Duathlon doch nochmal klappen :)
Wiener Vize-Meisterin bin ich trotzdem geworden und 3. in meiner Alterklasse.

Nicht so schön war, dass ich leider der Siegehrung nicht beiwohnen konnte, da ich mit Schüttelfrost im Auto lag - daheim hatte ich über 38°C Fieber. Vermutlich habe ich mir irgendeinen Virus eingefangen oder den Wetterumschwung nicht gut verkraftet. Normalerweise bin ich da sehr stabil, aber vielleicht wird man durch das geringere Körpergewicht einfach auch ein wenig anfälliger. Ich hoffe, dass dies nicht zur Regel wird, denn das steht für mich eindeutig nicht dafür - der Sport soll in erster Linie Freude bereiten und diese will ich dann auch nach dem Wettkampf richtig auskosten können :)

Distanz: 21.1km

Zeit: 1:23:19h

Schnitt: 3:57min/km

Platzierung gesamt: 4. Damen (auch bei der ÖSTM-Wertung)

Platzierung W20: 3.

Platzierung Wiener Meisterschaft: 2.

Alle Ergebnisse gibts auf oestmhm.at.

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