Triathlon Olympische Distanz Krems

Auf den Kremstriathlon hab ich mich schon recht lange gefreut, die lange Wettkampfpause mit intensiver Langdistanz- und Bergvorbereitung war schön und anstrengend zugleich und ein Formtest ist für mich als Wettkampfliebhaber schon etwas Nettes.

Bei diesem Bewerb bin ich schon mehrmals gestartet, es war auch damals meine erste Olympische Distanz, (noch sehr, sehr mit Nervosität behaftet :) ). Leider hat sich die Strecke ein klein wenig verändert, sodass die Zeiten nicht mehr ganz so gut vergleichbar sind, aber es ist sowieso immer ein bisserl anders. Wind, Temperatur, exakte Schwimmdistanz und Neoerlaubnis, usw. .

Diesmal war es ein wenig durchwachsen. Im Vorfeld fühlte ich mich sehr fit für den Wettkampf  (meist ein weniger gutes Zeichen :D). Wobei ich sicher derzeit auf der Kurzdistanz, gerade im Flachen, nicht meine Höchstform habe, aber ich denke, dass ich mich trotzdem gegenüber den Vorjahren deutlich verbessern haben müsste (beim Radfahren und Laufen). Das konnte ich, wie man an den Zeiten sieht, nicht so ganz abrufen, aber so ist das manchmal.

Beim Schwimmen hatte ich schon beim Erhalt der Badekappe die Befürchtung, dass sie auf meinen eher rutschigen Haaren dann nicht fest hält. Deshalb noch extra Schwimmbrille über die Badehaube gezogen und los gings ohne Neo im perfekt temperierten Hafenbecken. Die Erste von zwei Runden lief wirklich super, im Wasserschatten wars mir fast zu locker, aber alleine vorsprinten ist halt auch nicht drinnen. Also mit gutem Gefühl auf Zug dahingeschwommen - bis mir auf einmal knapp nach Beginn der zweiten Runde zwei Schnürdln auf der Nase baumelten - beide (!) Befestigungsbänder der Schwimmbrille, die mit der nach oben rutschenden Badehaube runtergegangen sind. Mein Glück war, dass die Schwedenbrille ohne Dichtung einfach super auf meinen Augen pickt und ich sie deshalb nicht verloren hab. Also alles wieder gerichtet, von gefühlten 100 Leuten überschwommen worden, gefühlte fünf Liter Wasser geschluckt und den Rest fast ohne Wasserschatten fertiggeschwommen. Schwimmzeit für den ersten Openwater-Bewerb seit dem IRONMAN 2009 für mich ok.

Am Rad lief es die erste Hälfte perfekt. Bergauf mit Rückenwind, was kann man sich noch mehr wünschen :) Ich hab fast nur überholt.
Bergab wusste ich, dass ich nicht mit allen Überholten mithalten werde können, als Fliegengewicht mit einer vielleicht akzeptablen Leistung/Kg, aber nicht Absolutleistung, würde ich nur versuchen können, mich möglichst windschlüpfrig dem Gegenwind auf der Wendepunktstrecke zu stellen.
Was halt wirklich, sehr, sehr (und nochmal sehr) frustrierend war, ist, dass einige Teilnehmer, die ich schon bergauf auf die Windschattenbox von 10mal-3m aufmerksam gemacht hab, auch bergab nicht gerade sauberer unterwegs waren.
Gut, ich fahr mein Ding. Nach mehreren Überholvorgängen von "Teams", bei denen ich mich immer wieder selbst um die Einhaltung des Abstandes kümmern musste, war ich schon beim Grundlagentempo angelangt. Bevor ich lange überlegen konnte, wie ich das weiter taktisch anlege, kam schon ein Motorrad mit Kampfrichter und ich hab gleich mal eine Verwarnung kassiert. In einer Situation, in der ich nach wenigen Sekunden mehr als den Abstand zwischen zwei Straßenbegrenzungspfeilern eingehalten hab. Dankeschön.
Mir ist klar, dass man von schräg hinten die Distanz zwischen zwei Fahren einfach nicht gut einschätzen kann, ob das 2 oder 20m sind, kann man unter Umständen nicht unterscheiden. Klar. Aber das muss man doch wissen.
Und wenn man sich schon auf Grundlagentempo zurückfallen lässt, um nicht in die Winschattenbox der "Rennradgruppen" zu kommen und dann zum dritten Mal in der Saison verwarnt wird, dann wirds echt mühsam.
Und nein, es ist kein Zeichen von schlechtem Gewissen, wenn man sich vor dem Überholvorgang kurz nach hinten umschaut. Ich mach das nicht, um zu sehen, ob ein Motorrad kommt und um dann noch schnell aus der vermeintlichen Windschattenzone "auszubrechen". Ich mach das, weil ich nicht mit einem anderen Teilnehmer oder Motorrad zusammenstoßen möchte, genauso, wie man es ja auch beim Autofahren macht.
(Diese Verdächtigung wurde bei einem anderen Rennen gehegt, aber der Ärger summiert sich).
Bissl gefrustet aber doch auch happy, dass ich keine Zeitstrafe kassiert hab (bin schon gespannt, wann es das erste Mal soweit ist ...) gings dann recht lustlos dahin, bis meine Trainingskollegin und liebe Freundin, die ich bergauf überholen konnte, auf einmal wieder da war. Nach kurzen Positionswechseln musste ich mich besinnen und eingestehen, dass ich bergab kein höheres Tempo vorlegen kann und froh sein muss, sie in Sichtweite zu behalten. Wir kamen dann dank Schuhe-Öffnen ihrerseits gleichzeitig in die Wechselzone und ich konnte sie auch als Erste von uns beiden verlassen (mit den Wechselzeiten bin ich trotz Sockenanziehen - zur Sicherheit, 10 Tage vor der Langdistanz ... - ausnahmsweise mal voll und ganz zufrieden).

Meine Position war nach hinten recht gut abgesichtert, nach vorne wusste ich nicht so recht, aber ich hatte ohnehin mehr mit mir, der Hitze und den Magenkrämpfen, die ich wahrscheinlich durch das Wasser- und Luftschlucken beim Schwimmen schon am Rad hatte, zu kämpfen. Vernünftige Verpflegung war den ganzen Bewerb über nicht möglich, mehr als ein bissl Iso und Cola dann beim Laufen ging nicht hinein.

Mit der Laufleistung bin ich sehr unzufrieden, da ging einfach gar nix. Es war sicher die Kombination mehrerer Faktoren, wobei nur die Magenprobleme mit diesem speziellen Wettkampf zu tun hatten (hab ich sonst nie).
Mir ist es ja schon bei den Duathlons aufgefallen, dass meine erste Laufzeit vor dem Rad immer viel, viel besser als jene hintenraus ist. Ich habs halt immer auf die Vorermüdung durch den ersten Lauf geschoben, aber das muss besser werden. 4min langsamer als im Duathlon auf 10km ist einfach schlecht. Dabei ist es nicht die Umstellung vom Laufen aufs Rad und vom Rad aufs Laufen selbst, sondern einfach die muskuläre Ermüdung.
Ich werde auf alle Fälle den Fokus auf harte Läufe nach dem Radfahren legen, speziell auch nach hartem Radfahren. Und mehr Rennen in Serie sind für Kurzdistanzen auch eine gute Sache.
Mit der Hitze bin ich für meine Verhältnisse gar nicht sooo schlecht zurechtgekommen, im Gegenteil, ich finde, dass es mir von Jahr zu Jahr dabei besser geht.

Erfreulich finde ich, dass das Niveau sowohl im Duathlon als auch im Triathlon steigt. Bei diesem  Bewerb war die Konkurrenz aufgrund des relativ hohen Preisgeldes besonders groß, aber es ist schon generell beeindruckend, was sich gerade bei den Mädls tut. Obwohl ich nicht schlecht radle und laufe, bin ich beim Triathlon völlig chancenlos, das war früher nicht ganz so schlimm :D

Jetzt heißts erstmal erholen und auf den 15. August zu fokussieren, alles andere kommt natürlich erst danach :)

Gesamtzeit: 2:22:34h (2009: 2:23:31h
)

1,5km Swim: 28:18min (2009 mit Neo: 25:14min)

T1: 1:09min (2009: 01:16min)

41km Bike: 1:10:19h (2009: 1:10:58h)

T2: 0:51min (2009: auch 0:51min)

10km Run: 41:55min (2009: 45:12min)

Platzierung gesamt: 8.

Platzierung Elite I: 4.

Alle Ergebnisse gibts auf Pentek Timing.

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