IRONMAN Austria – 10:33:50 und Hawaii-Qualifikation!

Diesmal beginne ich den Erlebnisbericht von hinten … und fange mit den Ergebnissen an :)

Gesamtzeit: 10:33:50h

3,8km Swim: 1:09:19h

T1: 03:49min

180km Bike: 5:24:39h

T2: 03:34min

42,2km Run: 3:52:26

Platzierung gesamt: 27.

Platzierung F18: 1.

Ich bin mit diesem Ergebnis wirklich sehr, sehr zufrieden, es war ein wunderbares Rennen.
Angefangen hat es damit, dass ich überhaupt nicht nervös war ... schon im Vorjahr bei meiner ersten Langdistanz hat die Vorfreude bei Weitem alle Befürchtungen überwogen. So konnte ich am Morgen des 5. Juli 2009 ausgeschlafen und entspannt aufstehen, die letzten Rennvorbereitungen erledigen und mich einfach nur auf das Rennen freuen.Dass ich einmal sagen werde, das Schwimmen genossen zu haben, und zwar so sehr, dass ich fast ein wenig enttäuscht war, dass es schon so schnell vorbei war, hätte ich nicht gedacht. War aber so :)
Vor dem Start gesellte ich mich zu den Sub1:10-Schwimmern und zwar mittig - in der Erwartung, schön in einer Gruppe schwimmen zu können. Im Gegensatz zu Roth gibt es in Kärnten ja einen Massenstart - was mir als schwache Schwimmerin viel mehr entgegenkommt. Mit Gerangel und Orientierung komme ich wiederum ziemlich gut zurecht.
Ich habe zwar mit schlimmen Prügeleien gerechnet - jedoch wurden meine Erwartungen dann noch überfüllt. Kein Problem, ich musste nur dreimal meine Brille "ausleeren" und die kurzen Schrecksekunden, in denen ich Gott sei Dank fälschlicherweise vermutet habe, Nase oder Finger könnten gebrochen sein, gingen auch vorbei. Das Wasser war perfekt, Orientierung nicht ganz einfach, diese ist mir aber trotzdem - denke ich zumindest - ganz gut geglückt. Unglaublich bald - subjektiv betrachtet - habe ich dann die Trichterstelle Lendkanal erreicht. Ein unglaubliches Gefühl da drinnen. Es ist eng, dafür wirklich genial. Bei jedem Atemvorgang bekommt man die ganze Stimmung mit, die Schreie der Zuschauer, die Plakate, alles. Einfach toll.

Ja und dann wars auch schon wieder vorbei, das Schwimmen, und es ging ab aufs Radl. Dazu muss ich sagen, dass gut und gerne die ersten 30km mehr einem Radrennen, als einem Triathlon gleichkamen. Dies war der erste Bewerb, an dem es mir einfach nicht möglich war, wirklich fair zu fahren, es sind einfach zu viele Athleten gleichzeitig auf die Strecke gekommen. Also habe auch ich auf diesen ersten Kilometern sicher einige Watt bei recht hohem Tempo sparen können.
Da muss ich gleich ein paar Worte zu den Kampfrichtern anbringen. Auch wenn mir völlig bewusst ist, dass ich nur einen minimalen Ausschnitt aus dem kompletten Renngeschehen mitbekommen habe, so muss ich dennoch anmerken, dass ich deren Handeln als durchaus vernünftig erlebt habe. Als es wirklich unmöglich war, die 7x1.5m Windschattenbox einzuhalten, wurde nur darauf geachtet, dass sich niemand bis auf ein paar Zentimeter hinten reinhängt. Auch auf das Rechtsfahrgebot wurde geschaut, sodass man immer ganz gut überholen konnte. Als sich das Feld dann auseinandergezogen hat, wurde dann doch auch von hinten beobachtet und gegebenenfalls auch gestraft. Es gab einige Gruppettos auf der Strecke, allerdings anscheinend auch einige Strafen - in welchem Verhältnis zueinander, kann ich natürlich nicht nachvollziehen.
Mir ist es jedenfalls wirklich unerwartet gut gegangen. Kärnten verfügt über eine recht flotte Radstrecke, die obendrein noch wirklich sehr schön und abwechslungsreich ist. Die erste Runde habe ich wirklich für meine Verhältnisse sehr flott absolviert, auf der Zweiten ist das Tempo etwas abgefallen, die Intensität war jedoch subjektiv nicht so viel niedriger - ich konnte auch immer ziemlich exakt dieselben Übersetzungen fahren, außer natürlich auf dem Teilstück, an dem ich in der ersten Runde nicht ganz alleine war ...
Trotz zweimaligem Kettenabspringen, einer Durststrecke zwischen zwei Verpflegstellen, innerhalb welcher ich aufgrund eines selbstverschuldeten Missgeschickes dann mit einer leeren Radflasche auskommen musste, habe ich meine Zeit im Vergleich zum Vorjahr auf ähnlicher Strecke doch überraschend deutlich verbessern können. Dabei gehe ich von einer realen Verbesserung durch meine Radform um 20min aus, die restlichen 15min schreibe ich den Gegebenheiten zu Beginn des Radsplits zu.

Beim Laufen konnte ich meine Erwartungen dann leider nicht erfüllen. Exakt jene 20min, um welche ich mich beim Radfahren langsamer eingeschätzt hätte, hab ich dann beim Laufen "draufgelegt". Wobei ich dazu sagen muss, dass ich wirklich nicht völlig fertig vom Rad gestiegen bin - im Gegenteil, das Gefühl war wesentlich besser, als im Jahr zuvor. Warum ich den - zugegebenermaßen sehr ambitionierten - 5er-Schnitt dann nicht halten konnte, kann ich auch nicht genau sagen. Es war bestimmt eine Ansammlung verschiedener Faktoren. Mit den hohen Temperaturen bin ich überraschend gut zurechtgekommen, bisschen Kraft haben sie mich aber vermutlich doch gekostet. Leider habe ich dann nach dem grandiosen Durchlaufen von Wechselzone und Stimmungsnest inklusive Erkennen vieler, vieler bekannter Gesichter bei KM 2  den beidseitigen Adduktorenkrampf, welchen ich schon beim Radfahren einmal ganz kurz hatte, wieder bekommen. Nach kurzer Dehnpause konnte ich diesen jedoch "abwürgen" und er hat sich auch nicht mehr bemerkbar gemacht.
Aus Angst vor Dehydration habe ich dann Unmengen an Flüssigkeit in mich hineingeleert, was zu fünfmaligen Aufsuchen eines WC geführt hat ... davon viermal im Rahmen des zweiten Halbmarathons. Beruhigt hat mich, dass ich die zwei Marathon-Hälften doch in nahezu gleicher Zeit absolvieren konnte, ich musste nie einen Einbruch erleben, es ist nur einfach im Laufe des Rennens immer, immer zäher geworden ...

Dass ich dann auf den letzten Kilometern sogar noch die bis dahin Führende meiner Altersklasse überholt habe, wurde mir erst viel später bewusst. Ich wollte nur noch ins Ziel, hab nicht mehr wirklich viel mitbekommen ...
Dies ist natürlich mit dem Erhalt eines Hawaii-Slots verbunden. Jedoch habe ich ihn nicht angenommen, dafür hat sich die Zweitplatzierte dann darüber freuen dürfen :)
Die wohl meistgestellte Frage der letzten Tage möchte ich dann gleich an dieser Stelle beantworten: Für mich war es wichtig, mich auf diesen einen Saisonhöhepunkt gut vorzubereiten, jedoch auch immer mit Blick auf kürzere Distanzen, also nicht so ganz rein auf die Langdistanz fokussiert. Dies mag auch mit ein Grund gewesen sein, warum ich dann die Laufleistung nicht mehr so abrufen konnte ...
Jedenfalls freue ich mich jetzt schon sehr darauf, viele weitere - kürzere - Wettkämpfe dieses Jahr noch machen zu können und einfach auch einer anderen Art von Training nachzugehen. Ein weiterer, sehr gewichtiger Punkt für mich, ist die Tatsache, dass auf Hawaii einfach ein Klima herrscht, welches mir so gar nicht liegt. Ich versuche zwar, mich gut auf heiße Bedingungen hin vorzubereiten, jedoch weiß ich auch, dass meine Stärken ganz woanders liegen. Und bei einer Weltmeisterschaft dann im (vielleicht wahrsten Sinne des Wortes) hinterherzuhinken, das möchte ich dann auch nicht, vor allem nicht bei dem Aufwand und der Motivation, mit dem das ganze Vorhaben verbunden wäre.
Ich bereue jedenfalls (noch ;) ) nichts und freue mich schon auf weitere Wettkämpfe.

Übrigens schaue ich mich schon nach Möglichkeiten um, 2010 eine Langdistanz zu absolvieren ... es ist eben doch eine Sucht!

Herzlichen Dank noch an dieser Stelle für die tolle Betreuung durch Norbert, an alle Zuschauer, welche mich motiviert haben und für geniale Stimmung gesorgt haben und an den Besitzer des geborgten Neos (meiner hat sich zwei Wochen vor dem IRONMAN freundlicherweise einfach zerlegt ...)!!!

Alle Ergebnisse gibts auf Pentek Timing.


zurück