Höhenstraßenlauf

Eigentlich hab ich mich auf den Lauf recht gefreut, geht er doch fast von meiner Haustür weg entlang der gesamten Höhenstraße ... schöne Kulisse und viel bergab, was mir eigentlich auch sehr liegt.

Die Besetzung war recht gut und es würde nicht einfach werden, einen Sieg zu holen. Meine Einstellung dazu war aber wie immer: Man muss es probieren, und obwohl ich seit den Duathlon Staatsmeisterschaften nicht mehr so recht in Gang gekommen bin, hatte ich doch am Start wirklich Lust auf das Rennen.

Leider war es sehr heiß, im Schatten um die 28°C, in der Sonne noch mehr - und das waren einfach nicht meine Bedingungen, schon gar nicht nach den letzten kühleren Wochen. Vor dem Start ging es noch, doch nach 2km merkte ich, dass das Tempo einfach einen kleinen Tick zu hoch war, es lief nicht rund, ich fand meinen Rhythmus nicht. Normalerweise hilft es da, einfach 2km lang minimal Tempo rauszunehmen, ich erhole mich und kann weiter ordentlich reinbeißen. Nach weiteren 3km und einer zugerufenen Durchgangszeit von ca. 18:20min auf 5km - am Anfang ging es mehr bergauf als bergab, musste ich mir eingestehen, dass ich mich überhaupt nicht erholte und eigentlich immer langsamer werden musste. Ich bin es schlicht und einfach zu schnell angegangen, hab mich zu sehr an der Konkurrenz und zu wenig an meinem eigenen Körpergefühl orientiert, etwas, was man mit meiner Wettkampferfahrung eigentlich schon besser wissen müsste. Leider war es auch bei der Hitze nicht möglich, mich auf den kommenden Kilometern wieder zu erfangen, ich kam kreislaufmäßig einfach überhaupt nicht damit zurecht. So musste ich an zweiter Stelle liegend das Rennen fertigjoggend beenden.

Als wäre das noch nicht genug gewesen, habe ich dann auch noch Knieschmerzen bekommen, das klassiche "Läuferknie", Iliotibiales Band Syndrom (ITBS), mit ziemlicher Sicherheit ausgelöst durch eine Blase unterm Großzehengrundgelenk, die ich mir ursprünglich durch eine Falte im Socken beim vorletzten Duathlon geholt habe und die mein Abrollverhalten des rechten Fußes beeinflusst hatte - worauf mein Knie, bzw. das Band an der Außenseite, unerfreulich reagierte. Super :(
Morgen habe ich schon meinen Physiotherapie-Termin, um das Akutstadium gleich einmal in einen hoffentlich schnellen Heilungsverlauf umzuwandeln.

Es geht halt nicht immer, aber das ist ja auch nicht das erste Mal, dass ich dies in meiner Sportlerkarriere erfahren muss. Ich finde, man muss einfach im Wettkampf volles Risiko gehen, auf die Gefahr hin, dass es einmal schief geht. Alles andere ist einfach nicht meins :)
Jetzt hoffe ich einmal, dass ich mein Knie bis nächste Woche stabil hinbekomme, das Bergauflaufen auf den Kahlenberg dürfte nicht das Problem sein, das macht keine Probleme, nur das kleine Bergabstück könnte sich negativ auswirken. Eins ist sicher, riskieren werde ich nichts, ich werde nur (fertig)laufen, wenn es wirklich keine Probleme gibt.

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