Hochzeitsreise zum Saisonabschluss

Nach zwei Jahren ohne echte „Urlaubsreise“ (nur Sportreisen zu Wettkämpfen oder mal eine Radtrainingswoche in Italien) haben wir unsere Hochzeit mit einer Fernreise kombiniert.
Nach einer langen Saison, die sehr erfolgreich für mich begonnen hatte und bissl „chaotischer“ geendet hat, war es wichtig, vom Alltag und der Arbeit auch räumlich Abstand zu nehmen, um uns wieder richtig zu entspannen und nicht abgelenkt zu sein.

Zunächst haben wir – flugplanbedingt – einen zweitägigen Zwischenstopp in New York eingelegt – zufälligerweise in der Woche vor dem NY Marathon. Obwohl mitten in Wien aufgewachsen, bin ich nicht (mehr) so der Stadttyp, und auch, wenn Manhattan irgendwie seinen Reiz hat, so war es mir doch etwas viel des ganzen Trubels. Der obligatorische Lauf durch den Central Park durfte nicht fehlen – es ist ein riesiger, angelegter Stadtpark mit mehreren Gewässern und auch ruhigeren Flecken. Die vielen Squirrels können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich im Hintergrund die Skyline erhebt.
Der viele Verkehr und die nicht besonders gute Luft erhöhten die Vorfreude auf Costa Rica umso mehr – obwohl wir wettertechnisch richtig Glück hatten und kurzärmelig unterwegs sein konnten – für Ende Oktober schon bemerkenswert.

Costa Rica wiederum bot die Vielfalt an Natur, nach der wir uns schon gesehnt hatten. Wo man hinschaut, überall findet sich eine Tierart, die man sonst nur aus der Universum-Serie kennt.

Der Tagesablauf kommt unserem Jetlag gut entgegen, so geht um fünf Uhr früh die Sonne auf, um knapp nach fünf am Abend wieder unterzugehen. Wir mussten uns also gar nicht erst auf die 7h Zeitverschiebung einstellen, denn wir standen ohnehin mit der Sonne auf und legten uns dementsprechend früh schlafen. So wurden es eher 4-5h Zeitdifferenz gegenüber daheim.

Ein Highlight war definitiv der Ausritt mit Galopp am schwarzen Lavasand der Karibikküste auf überraschend gut gepflegten und sehr gut und (was wir mitbekommen haben) gewaltfrei erzogenen Pferden. Das ist definitiv eine empfehlenswerte Sache, wenn man Pferde mag. Unser Führer hat uns so viele Dschungeltiere am Rande der Trails und in den Baumkronen gezeigt, die würde man ohne Ortskundigen wahrscheinlich gar nicht bemerken.
Überhaupt scheinen die Menschen hier nicht nur überaus offen und freundlich zu sein (speziell an der Karibikküste), sie pflegen auch einen guten Umgang mit Tieren. Zu fast jedem Haus gehört ein Hund, diese laufen zumeist völlig frei herum, was den Anschein erweckt, es handle sich um Straßenhunde. Sie sind aber – außer gegenüber Pferden – extrem friedlich und unaufdringlich.

Ein weiteres Highlight war natürlich unsere Hochzeit am Strand. Ein schwarzes Ehepaar, das in der örtlichen Church Zeremonien durchführt, hat diese mit uns am Strand gemacht – auf Englisch glücklicherweise, sodass wir die Worte auch verstehen konnten :)

Leider hab ich in der Früh schon erste Anzeichen einer Erkrankung gespürt, welche dann nach der Hochzeit beim Mittagessen ziemlich deutlich geworden sind … wahrscheinlich das immer weiter verbreitete Dengue-Fieber, das durch Insektenbiss übertragen wird und sich, wie der Name schon sagt, mittels hohem Fieber und massiven Kreuz- und Gliederschmerzen äußert. Glücklicherweise ist es bei einer erstmaligen Infektion unangenehm, aber eher harmlos, während man ab der zweiten Infektion ziemlich aufpassen muss, da es auch zum hämorrhagischen Fieber wie bei anderen Tropenkrankheiten kommen kann. Nachdem die Symptome aber einer normalen Erkältung ähneln, ist das schwer zu sagen, was man wann genau tatsächlich hatte. Ich habs jedenfalls überlebt, wenngleich ich immer noch nicht ganz fit bin.

Sportlich hat die Reise auch durch das hohe Fieber eher „mau“ ausgesehen, nach dem Lauf im Central Park hab ich ohnehin erstmal Laufpause gemacht, um meine in unregelmäßigen Abständen „spürbare“ Ferse gänzlich auszukurieren. Krafttraining war auch nur bedingt möglich, denn was ein Hotel unter „Fitnesscenter“ versteht, ist meist nicht mehr als ein Laufband … und das brauch ich wirklich nicht :)
Wir haben allerdings in Hotelnähe in Costa Rica ein Studio gefunden – wobei das optisch wirklich eher einem großen, rostigen Schrotthaufen geglichen hat. Notdürftig konnte man sich trotzdem seine Übungen zusammenstoppeln und es gab sogar einen leichten Muskelkater – also sinnlos kanns nicht gewesen sein :)

Weitere schöne Aktivitäten waren natürlich Spaziergänge an den unverbauten Stränden (sehr restriktive Bauordnung), das Durchschlendern von Nationalparks inklusive beeindruckender Wasserfälle, die Bootsfahrt inmitten zweier Delfingruppen, die Canopy-Tour (in den Wipfeln des Urwaldes lässt man sich über zum Teil hunderte Meter an einem Seil entlanggleiten), Rafting (zum ersten Mal und dann gleich Stufe IV … aber erstaunlicherweise wurde sowohl bei der Canopy-Tour als auch beim Raften extrem viel Wert auf Sicherheit gelegt und die Guides waren durchwegs sehr gut, freundlich und sicherheitsbewusst), der Besuch des Jaguar Rescue Centers (verletzte oder verwaiste Urwaldtiere werden gesundgepflegt, bzw. aufgezogen und dann möglichst auf ein Leben in Freiheit vorbereitet) und das Wellenreiten (ok, ich hab nur zugeschaut :) ). Vor dem Rückflug haben wir auch noch den beeindruckenden Vulkan Arenal im nördlicheren Teil Costa Ricas besucht. Trotzdem hat es mir an der Karibikküste besser gefallen.

Beim Check-In zum Rückflug ging dann so ziemlich alles schief – unser Flug sollte wieder direkt nach New York und von dort weiter nach Dublin gehen. Allerdings wurde der erste Flug gecancelt und verabsäumt, uns zu informieren, ganz zu schweigen von der Rückerstattung der Bezahlung. Einen halben Tag Verzweiflung später haben wir es geschafft, irgendwie eine Flug-Kombi nach New York zu bekommen, die uns unseren Anschlussflug erwischen lies. So schön das Land Costa Rica auch ist, so wenig erholsam war leider der Urlaub schlussendlich, gegen Krankheit und Flugprobleme kann man schwer vorbeugen.

Dublin erreichten wir dann doch – ohne Koffer allerdings. Bissl kühl wars dadurch :) Aber ansonsten eine schöne Stadt. Wir waren leider bissl zu müde, um es richtig zu genießen.

Wir hatten superschöne Momente und Costa Rica ist ein echt tolles Land. Hoffentlich sind wir zum Ende des Ruhemonats dann auch wieder ganz fit, denn der nächste Urlaub wird ein Höhentrainingslager :)

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