Halbmarathon Graz

Die Euphorie nach dem 10km-Lauf mit neuer persönlicher Bestzeit kann ich leider nicht nochmal aufkommen lassen. Im Grunde wars ein sportliches Desaster - ich wollte Bestzeit laufen (mit den guten Vorzeichen der viel stärkeren Trainingsleistungen als eh und je, den 38:20 auf 10km ... ich würde jetzt schon sagen, dass die Erwartung gerechtfertigt war).
Die Bedingungen waren perfekt, das Streckenprofil nicht völlig einfach (der ein oder andre Höhenmeter und ein wenig verwinkelt), aber mir kommt so etwas entgegen. Das Wetter war perfekt, ideale Temperaturen um die 15 Grad bei kaum Wind. Die Wade, welche die ganze Woche über geschmerzt hat, verhielt sich mucksmäuschenstill.

Woran es also gelegen hat? Ich kanns gar nicht sagen, ich hab mich die Tage vor dem Rennen gut und stark gefühlt, nach 2km im Wettkampf allerdings schon gemerkt, dass es nicht mein Tag wird. Ich war dann irgendwie subjektiv "leer", hatte kein Laktat in den Beinen, trotzdem konnten diese das Tempo nicht halten, da war keine Spannung drin. Oft hab ich mich gefragt "Warum eigentlich weiterlaufen?" Ja, aufgeben tut man nur, wenns ein Risiko für die Gesundheit wird, hab ich mir dann gesagt. Die mentale Stärke war dann natürlich auch weg, nichtmal um die 1:30 konnte und wollte ich dann noch kämpfen. Ob ich jetzt statt der angepeilten 1:25 (1:26 hätt ich auch genommen :)), 1:29 oder 1:30 oder - wie schlussendlich herausgeschaut hat, eine 1:32 wird, war mir dann auch schon egal. Ein schlechtes Rennen ist ein schlechtes Rennen.

Hinterher hab ich dann überlegt, woran es gelegen haben kann ... die äußeren Umstände waren es jedenfalls nicht. Eine hohe Erwartungshaltung hat mir jedenfalls noch nie gut getan, dies steht fest. Die besten Rennen habe ich unerwartet - für mich selbst - abgeliefert, auch der 10er vor zwei Wochen war alles andere als geplant. Dort habe ich einfach ohne Gedanken an die Zeit in meinen Rhythmus hineingefunden, dies ist mir in Graz beim Halbmarathon überhaupt nicht geglückt. Vielleicht doch wieder mehr nach Gefühl laufen und nicht auf die Zeit achten? Scheint für mich der bessere Weg zu sein. Vermutlich braucht man auch einfach mehr Erfahrung als Läufer um seinen Wettkampf richtig einzuteilen. Ich bin ja zwei Drittel des Jahres Multisportler, das Tempogefühl braucht dann eben ein wenig Zeit, um ausgebildet zu werden ...

Schade habe ich nur gefunden, dass ich diesen Wettkampf so gar nicht genießen konnte - denn Strecke und Stimmung waren im Grunde toll, aufgrund meiner hohen und unerfüllten Erwartungen kam dieses typische Hochgefühl beim Laufen jedoch nicht einmal für Sekunden auf ...

Distanz: 21.1km

Zeit: 1:32:03h

Schnitt: 4:22min/km

Platzierung gesamt: 9.

Platzierung W-H: 4.

Alle Ergebnisse gibts auf Your-Sports.

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