Duathlon Kurzdistanz Deutschlandsberg

Den ersten Bewerb nach meiner Langdistanz im August hab ich mit besonderer Spannung und Vorfreude erwartet. Das Training ging zunächst nur sehr zäh, ich hatte das Gefühl, meine ganze Schnelligkeit wäre dahin - wegtrainiert durch die langen Ausdauereinheiten und natürlich den zehrenden Bewerb und den ewig langen Marathon.
Rechtzeitig in der Woche vor dem Duathlon in Deutschlandsberg, bei dem ich immer wieder gerne starte und der durch seine Windschattenfreigabe eine nette Abwechlung zu den Zeitfahren ist, kam die Form schön langsam wieder. Am Rad fühlte ich mich superstark und auch beim Laufen gings auch ganz gut.

Das Starterfeld war duathlontypisch recht klein, aber trotzdem gut besetzt. Mit der diesjährigen Staatsmeisterin Romana Slavinec gings auf die 10km lange Laufstrecke. Diese war dieses Jahr ein bissl anders, man musste ganze 8 Runden laufen und wenn man sich so die Splitzeiten der Herren ansieht und mit dem Vorjahr vergleicht, so dürfte die Strecke um gute 3min länger/langsamer gewesen sein. Insofern bin ich mit der Laufform zufrieden, war es doch ein eher langsames und sehr taktisches Rennen.
Die ersten 500m sind wir in einem gefühlten 3:15min/km-Tempo angelaufen, ich wusste nicht, bin ich so schwach oder ist das nur Taktik. Einfach dranbleiben und abwarten. Das Tempo fiel dann sehr rasch auf ein eher gemütliches Tempolauftempo, ich versuchte, im Windschatten von Romana möglichst wenig Körner zu lassen. Letztes Jahr bei den Staatsmeisterschaften hatten wir eine ähnliche Situation, nur das (höhere?) Tempo fiel mir damals weit schwerer. Auf den letzten 2,5km bin ich diesmal vorgegangen und konnte noch knapp eine Minute rauslaufen ohne mich fürs Radln zu zerstören. Wertvolle Zeit für den Wechsel und die Eingewöhnung am Rad.
Die erste Radrunde von sieben fuhr ich ganz allein, ein Mann überholte mich, aber die Windschattenfreigabe gilt ja immer nur für gleichgeschlechtliche Konkurrenten. Dass Romana keine Radpartnerin (außer mir) finden würde, war klar. Am steilen Anstieg der zweiten Runde waren wir dann wieder gemeinsam auf der Strecke, wobei die Geschichte mit dem Windschatten von Männern von den Kamprichtern eher "großzügig" ausgelegt wurde und es nur eine "mündliche Belehrung" gab - recht wirkungslos, aber gut.
Im Vorjahr hab ich ganz arg kämpfen müssen, um bei der Romana dranzubleiben, ein kleiner Fahrfehler meinerseits hat dann bewirkt, dass ich sie ziemlich schnell ziehen lassen musste. Dieses Jahr hab ich ja wirklich viel am Rad gearbeitet, bin sicher immer noch schwächer als sie, aber am Berg kann ich mitgehen. Ansonsten wechselten wir uns ab und trotz vieler Attacken blieben wir bis zum Schluss zusammen, niemand konnte den anderen abschütteln. Die Radzeit war zwar 2min schneller als im Vorjahr, das ist aber nicht wirklich vergleichbar, da ich ja dieses Jahr viel im Windschatten fahren konnte und letztes Jahr alleine gefahren bin. Auch das Tempo war diesmal nicht wirklich am Limit, sondern ein Wechsel zwischen Fast-Grundlage und ziemlich harten, ermüdenden Antritten. Wirklich spannend und kurzweilig, ich war selbst überrascht, dass es sich dann doch ausging, gemeinsam in die Wechselzone zu kommen.

Eigentlich war ich mir damit auch schon ziemlich des Sieges sicher - aber das kann und darf man sich nie sein. Ich hab zwar in den letzten Wochen an meiner Schwäche, nach hartem Radfahren nicht mehr gut schnell laufen zu können, gearbeitet - hilft aber nix, wenn beim Absteigen vom Rad die Krämpfe in die hinteren Oberschenkel einschießen. Das war wohl das ungewohnt unrhythmische Radfahren. Nach ein paar Schrecksekunden konnte ich mit kleinen Trippelschritten die Krämpfe loswerden und auf die Laufstrecke starten, Romana knapp vor mir. Nach wenigen Metern konnte ich vorbeigehen und den zweiten Lauf relativ entspannt ins Ziel bringen - mit vielen, vielen neuen Erfahrungen im Gepäck. Das war mein erstes "echtes" Windschattenrennen und nach den Staatsmeisterschaften letztes Jahr auch das zweite Rennen, in dem ich mir überhaupt über Renntaktik Gedanken machte.

Nun hab ich wieder die Führung im Duathloncup, die gilt es beim letzten Cuprennen des Jahres in einer Woche zu verteidigen.
Auch, wenn ich die amtierende Staatsmeisterin zum ersten Mal geschlagen hab, muss ich noch speziell hart an der Radform arbeiten um mein nächstes Ziel zu erreichen, nämlich Staatsmeisterin über die Duathlon-Kurzdistanz zu werden.

Gesamtzeit: 2:12:10h

10km Laufen: 40:00min
T1: 1:24min
40km Rad: 1:09:21h
T2: 0:45min
5km Run: 20:38min

Platzierung gesamt: 1.
Platzierung Elite 1: 1.

Alle Ergebnisse gibts auf Zeitnehmung.at.

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