Ist das Barfußlaufen etwas für Dich?

Das hängt natürlich von Deinen Vorraussetzungen hinsichtlich Fußstellung und -funktion ab, wobei man sagen kann, dass fast jeder barfuß laufen kann, nur die Dauer und Intensität sollte an die anatomischen Gegebenheiten angepasst werden.
Eine Anleitung und Kontrolle des Barfußlaufes macht auf jeden Fall Sinn, um mögliche Langzeitschäden wie Ermüdungsbrüche zu vermeiden.

In der wärmeren Jahreshälfte baue ich den Barfußlauf in die Laufanalysen und Lauftechniktrainings mit ein. Viele Fehler korrigiert man völlig automatisch, wenn man (kurze!) Abschnitte auf hartem, sauberen Boden läuft.
Denn der fußeigene Dämpfungsmechanismus muss arbeiten, um keine unangenehmen Stöße auf den Bewegungsapparat zu provozieren. Dafür braucht man keinerlei speziellen Schuh, sondern nur eine weitesgehend steinchenfreie Fläche, Asphalt oder Beton bietet sich dafür sehr gut an.

Wichtig ist es, zu Beginn auf keinen Fall zu übertreiben und den Barfußlauf als gezielte Lauftechnikübung einzusetzen. Fortgeschrittene dürfen auch nach und nach die Strecken verlängern und haben somit eine gute Alternative zum Kauf von sogenannten Barfußlaufschuhen.
Auch Läufer, welche normalerweise mit orthopädischen Einlagen unterwegs sind, profitieren von dieser Abwechslung im Lauftraining.

Wichtig ist, dass
• es nicht zu kalt ist, damit die Füße nicht taub werden und man mögliche Verletzungen nicht mehr spürt,
man keine Sensorikstörung (Diabetiker!) hat, welche die Sensibilität der Fußsohlen herabsetzt und somit Verletzungen zu spät erkannt werden,
keine frisch verheilten Vorfußbrüche oder Operationen vorliegen,
der Boden frei von Scherben, Steinen, etc. ist (in der Wiese gefährlicher, als auf Asphalt!),
man nicht "laut" läuft und hart mit der Ferse aufprallt,
keine Sprungübungen von Anfängern auf hartem Boden barfuß durchgeführt werden, der ungeübte Auftritt kann zu Druckspitzen speziell im Bereich der Mittelfußknochen führen, welche dann schmerzhaft werden können (für diese Übungen bietet sich weicher Rasen an),
die Strecken zu Beginn sehr kurz gehalten und bei Unbehangen wieder die Schuhe verwendet werden.

In der Laufanalyse sehe ich auch den Vorteil darin, zu erkennen, welche Bewegungsmuster durch den Läufer selbst, und welche durch das Tragen bestimmter Laufschuhe verursacht werden.

Es geht mir nicht um den völligen Umstieg auf das Barfußlaufen, vielmehr um eine weitere Möglichkeit der Diagnostik und der Verbesserung der Lauftechnik zur Vorbeugung von Verletzungen und zur Effizienzsteigerung des Laufstiles.
Gerade ambitionierten Läufern fällt es dabei schnell auf, dass der Barfußlauf zu einer höheren Schrittfrequenz bei gleichem Tempo führt und somit zur Beibehaltung einer ökonomischen Frequenz "erzieht".

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